Dokumentation: Offener Brief der DIG Freiburg an den Evangelischen Kirchentag

Sehr geehrter Herr Präsident Robbers,
sehr geehrte Damen und Herren des Präsidiumsvorstandes und des Präsidiums des Deutschen Evangelischen Kirchentages,

Sie beabsichtigen, in diesem Jahr während des Deutschen Evangelischen Kirchentages in Hamburg die Wanderausstellung „Die Nakba – Flucht und Vertreibung der Palästinenser 1948“ zu zeigen. Wir möchten Sie bitten, diese Entscheidung noch einmal zu überdenken, insbesondere aus folgendem Grund:
Der Deutsche Evangelische Kirchentag ist ein großes Ereignis und erreicht viele Menschen. Vor allem junge Menschen. Kirchlichen Würden- und Entscheidungsträgern kommt eine große moralische Verantwortung zu.
Von der „Nakba“-Ausstellung ist inzwischen bekannt, dass sie eine sehr einfache Schwarz-Weiß-Sicht der Geschehnisse in Nahost um 1948 hat: Palästinenser werden als Opfer und Israelis als Täter dargestellt. In diesem Kontext verfälscht die Ausstellung historische Ereignisse. Darüber hinaus arbeitet der Verein „Flüchtlingskinder im Libanon e. V.“, der die „Nakba“-Ausstellung erarbeitet hat, im Libanon mit der Partnerorganisation „The National Institution of Social Care and Vocational Training“ zusammen. Diese Organisation leugnet auf ihrer Website die Existenz des Staates Israel und betreibt Geschichtsklitterung. Ein deutscher Verein, der mit solch einer Organisation zusammenarbeitet, muss bzgl. seiner Motive hinterfragt werden.
Die Kirche, gleich welcher christlichen Konfession, will als moralische Instanz und als moralisches Vorbild wahrgenommen werden. An diesem hohen Anspruch muss sich Kirche selbst messen und messen lassen. Er verpflichtet sie, sich zu einem hohen Grad selbst zu prüfen und zu hinterfragen.
Vor dem Hintergrund dieses hohen Anspruchs bitten wir, die Inhalte der „Nakba“-Ausstellung noch einmal zu überprüfen.
Mit freundlichen Grüßen

Vorstand der Deutsch-Israelischen Gesellschaft Freiburg, i. A. Andrea Lauser

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Über dighochschulgruppe

Ziel der Organisation ist es, den Studierenden an den Hochschulen in Rostock ein umfassendes und positives Bild vom jüdischen Staat zu vermitteln sowie einen differenzierten Blick auf die gesellschaftlichen und politischen Verhältnisse zu ermöglichen.
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5 Antworten zu Dokumentation: Offener Brief der DIG Freiburg an den Evangelischen Kirchentag

  1. Oss Kullie schreibt:

    Es reicht die Israelische Propagnda-Machiene zu verweigern, das Recht der Palästinenser ihren eigenen Staat zu haben, stattdessen sie versuchen Lugen zu verbreiten und die Wahrheit der Geschicht zu manipolieren, damit wird für die Judentum und Menschengeschichte im Allgemein nur Schaden zugefügt.
    Alnakbah ist eine sehenwürdige Austellung, und wirft ein Licht über die verleugnte Wahrheit der Geschichte.

  2. Jochi Weil-Goldstein schreibt:

    Wenngleich die Nakba-Ausstellung – aus palästinensischer Sicht – für mich schmerzlich ist, sollte diese am evangelischen Kirchentag in Hamburg gezeigt werden. Es ist ein Beitrag, um uns der palästinensischen Tragödie anzunäheren.
    Meine Mutter s.A. ist in Hamburg-Altona aufgewachsen und konnte 1936 in die Schweiz reisen. Weitere ihrer Geschwister mussten Deutschland verlassen. Zwei meiner Tanten kamen in Lagern der Nazis um.
    Solches und anderes Unrecht darf nie mehr geschehen – wem gegenüber auch immer.

  3. Zionistischer Schwabe schreibt:

    @Jochi Weil-Goldstein: Klar, hätten Ihre Verwandten sich bereits damals gegenüber SS-„Humanisten“ wie Heydrich oder Grass kooperativer verhalten, wären sie vielleicht nicht vertrieben oder ermordet worden … Welch ein Volltrottel!

  4. R. Saeed, Evangelischer Christ aus Palästina schreibt:

    Hier sieht man die Angst der Israelis vor der Wahrheit. Immer wieder wird die Kritik an Israel mit Antisemitismus gleich gestellt. Das hat System.

  5. dighochschulgruppe schreibt:

    Wie es die EKD-kompatiblen Betreiber der antiisraelischen Ausstellung mit der Wahrheit halten, hat Tilman Tarach jüngst in der Jüdischen Allgemeinen recht anschaulich dargelegt: http://www.juedische-allgemeine.de/article/print/id/15777.

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