DIG-Hochschulgruppe tritt für 8. Mai als gesetzlichen Feiertag ein (PM vom 07.05.2013)

Die Hochschulgruppe der Deutsch-Israelischen Gesellschaft unterstützt alle Bestrebungen, den 8. Mai auf Bundesebene zu einem gesetzlichen Feiertag zu machen. Anlässlich des – mit dem diesjährigen Israel-Tag zusammenfallenden – 68. Jahrestages der Kapitulation Nazideutschlands am 8. und 9. Mai 1945 erinnert sie daran, dass Europa seine Befreiung nicht Friedensdemonstranten, sondern den Armeen der Anti-Hitler-Koalition und den Partisanenbewegungen in den von Nazideutschland unterjochten Ländern verdankt. Mit Blick auf die Tatsache, dass im Zentrum der militärischen Zerschlagung der Hitlerschen Mordmaschinerie die Sowjetarmee stand, bemerkte Hemingway treffend: „Jeder Mensch, der die Freiheit liebt, hat der Roten Armee mehr zu verdanken, als er jemals in seinem Leben bezahlen könnte.“ Am Freiheitskrieg gegen den Hitlerismus beteiligten sich Juden in beträchtlichem Maße an den verschiedenen Fronten des Krieges. Vor siebzig Jahren wurden die Nazis, als sie das Warschauer Ghetto auslöschten, mit einem heldenhaften Widerstand der dort gefangengehaltenen, dem sicheren Tod ausgesetzten Menschen konfrontiert.

Im Jahr 2002 wurde in Mecklenburg-Vorpommern der 8. Mai als staatlicher Gedenktag – als Tag der Befreiung vom Nationalsozialismus und der Beendigung des 2. Weltkrieges – eingeführt. Dies hinderte jedoch die Landeshauptstadt ebendieses deutschen Landes kürzlich nicht daran, eine Lesung Günter Grass‘ so anzukündigen: „Nie hat der Dichter Günter Grass aufgehört, daran zu glauben, dass Worte doch etwas ändern können. Von der ‘Blechtrommel’ (1959) über das späte Bekenntnis seiner Mitgliedschaft in der Waffen-SS im autobiografischen Roman ‘Beim Häuten der Zwiebel’ (2006) bis zu den jüngsten  israelkritischen Gedichten ‘Was gesagt werden muss’ oder ‘Ein Held unserer Tage’ – die politische Provokation scheint das Lebenselexier [sic!] des streitbaren Literaturnobelpreisträgers zu sein. […]“

Die im April 2013 vom offiziellen Schwerin unterstützte „politische Provokation“ des Auftretens eines einstigen SS-Angehörigen, notorischen Antisemiten und Geschichtsrevisionisten richtet sich aus unserer Sicht unmittelbar gegen jedwedes ernst zu nehmende Gedenken des 8. Mai. Wir halten es für alarmierend, dass einer solchen Person eine weitaus größere öffentliche Aufmerksamkeit zuteil wird, als jenen, die ihr Leben für die Befreiung Europas opferten.

Daniel Leon Schikora, Constantin Schwarzer

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Über dighochschulgruppe

Ziel der Organisation ist es, den Studierenden an den Hochschulen in Rostock ein umfassendes und positives Bild vom jüdischen Staat zu vermitteln sowie einen differenzierten Blick auf die gesellschaftlichen und politischen Verhältnisse zu ermöglichen.
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