Dokumentation: Dr. Wahied Wahdat-Hagh referiert vor DIG-Hochschulgruppe Rostock

Im letzten Jahr richtete unsere DIG-Hochschulgruppe in den Räumen der Universität Rostock einen Vortrags- und Diskussionsabend zum Thema „Islamische ‚Republik‘ Iran. Totalitäre Herrschaft, Bahai-Verfolgung, Antisemitismus, Nuklearaufrüstung“ aus. Der Politikwissenschaftler Wahied Wahdat-Hagh, Senior Fellow bei der European Foundation for Democracy (EFD), hat sich unter anderem in mehreren Buchveröffentlichungen mit der 1979 errichteten totalitären „Islamischen Republik Iran“ befasst.

Ein besonderer Schwerpunkt seines Vortrages in Rostock lag auf der Beschreibung der totalitären Herrschaftsstrukturen des Regimes der iranischen Mullahs als einer akuten Bedrohung des Lebens nicht zuletzt der Angehörigen religiöser Nonkonformisten im Innern. Diese korrepondiert, nach außen, dem Völkerrechtsnihilismus des islamistischen Iran, mithin der Bedrohung von Freiheit und Leben der Bürger der jüdischen Republik und anderer politischer Gemeinwesen der Region durch aktive Unterstützung djihadistischer Terrorakte sowie nukleare Aufrüstung. In eindrucksvoller Weise legte Wahdat-Hagh dar, wie sich die Herrschaftsausübung derer, die hierzulande gelegentlich als „Maulhelden“ verniedlicht werden, für die ihrem Zugriff ausgesetzten Iraner darstellt: in der Negation aller Momente von Zivilstaatlichkeit, der Vollstreckung „göttlichen“ Gesetzes etwa durch die Hinrichtung von Homosexuellen, der Geschlechter-Apartheid, der Verfolgung der Bahai-Religion im Stile der Hitlerschen Judenverfolgung der 1930er Jahre.

Der sich dergestalt manifestierende „göttliche Anspruch in der iranischen Staatspolitik“ habe, so Wahdat-Hagh, durchaus gravierende Konsequenzen für die Weltpolitik. Dies veranschaulichte der Referent unter Verweis auf eine Äußerung des Generals der iranischen Luftwaffe Amir Farzad Ismaili aus dem Jahr 2011 in Reaktion auf die Warnung des damaligen französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy vor einem Krieg gegen Iran: „Der islamische Iran wird ihnen eine Hölle auf der Erde, im Himmel und im Wasser schaffen“, verlautete Ismaili bei einer Freitagsgebetsveranstaltung. Dabei hatte Sarkozy betont, dass Frankreich keinen Krieg gegen den Iran anstrebe. Wahdat-Hagh zufolge rechtfertigt der religiös legitimierte Totalitarismus der gegenwärtigen Gewalthaber in Teheran schlimmste Befürchtungen hinsichtlich einer kriegerischen Eskalation in der Region: „Der Nahe Osten ist ein Pulverfass und ein unvorhergesehener Zwischenfall kann eine kriegerische Katastrophe herbeiführen. Das islamistische Herrschaftssystem im Iran repräsentiert den Totalitarismus des 21. Jahrhunderts par excellence.“

Im Anschluss an Wahdat-Haghs Ausführungen kam es zu einer Reihe interessierter Nachfragen aus dem Publikum, mitunter auch einem kontroversen Gedankenaustausch zu verschiedenen Themenkomplexen wie der Situation verfolgter Bahai, Juden und Christen, dem militanten Antiisraelismus der iranischen Theokratie, der Neigung nicht zuletzt „linker“ oder „linksliberaler“ Publizisten in Europa zu einer Verklärung des friedensunfähigen Charakters der iranischen Djihadisten bei gleichzeitiger Dämonisierung des den offenen Kriegsdrohungen dieser Djihadisten ausgesetzten Verfassungsstaates Israel.

Daniel Leon Schikora, Constantin Schwarzer

(Erstveröffentlichung in: DIG MAGAZIN 1/2014, 12.)

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Über dighochschulgruppe

Ziel der Organisation ist es, den Studierenden an den Hochschulen in Rostock ein umfassendes und positives Bild vom jüdischen Staat zu vermitteln sowie einen differenzierten Blick auf die gesellschaftlichen und politischen Verhältnisse zu ermöglichen.
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